Eben ˈ ne Tasse Tee – was tut das gut.

Mitten am Tag zusammensitzen, sich unterhalten

und ˈ ne Tasse Tee trinken.
Ich genieße diesen Moment, wo man einfach mal
einen Augenblick Zeit hat.
Die Tasse mit dem heißen Tee in der Hand, der
Geschmack, die Ruhe.
Erstaunlicherweise schmeckt mir der Tee meistens
bei älteren Leuten besonders gut.
Vielleicht, weil es sich dort noch ein bisschen so anfühlt wie früher.
Irgendwie machen die meisten älteren Leute den Tee noch etwas anders.
Man kann erahnen, wie das damals gewesen sein muss, als alle von
draußen reinkamen, um gemeinsam eine Tasse Tee zu trinken; wie viele
von der Familie, den Freunden und den Nachbarn schon miteinander am
Tisch gesessen haben.
Und noch heute sitzen die Menschen bei uns in Ostfriesland gerne bei
einer Tasse Tee zusammen. Wenn ich als Besucher in einer Kirche komme
geht es mir ähnlich. Auch dort scheint die Zeit für einen kurzen Moment
stillzustehen. Besonders alte Kirchen strahlen diese Ruhe aus. Schon der
Geruch erinnert an alte Zeiten. Auch hier kann ich erahnen, was schon alles
in diesem Raum passiert ist: Die Hochzeiten, Taufen und Gottesdienste, die
gefeiert wurden. Die Abschiede, die hier stattgefunden haben.
Und noch etwas passiert, wenn ich zur Ruhe komme: Ich spüre Gottes
Gegenwart. Beim Teetrinken und in der Kirche.


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich hoffe, dass Sie heute einen Moment dieser Ruhe für sich finden
können. Ob in der Kirche, beim Teetrinken oder vielleicht auch anderswo.
Und ich hoffe, dass sie dann Gottes Gegenwart spüren können.
In diesem Sinne wünsche ich ihnen einen gesegneten Sonntag!


Ihre und Eure Pastorin
Imke Scheibling